Länder

Der Weltreise-Sicherheitscheck: Wie sicher willst Du reisen?

In diesen Artikeln findest Du die wichtigsten Informationen rund um sicherheitsrelevante Fragen wie Impfungen, Reisepass, Geldangelegenheiten und Versicherungen. Aber auch, wie man sich vor Raub und Diebstahl schützt. Diese Artikel werden stets aktualisiert. Somit entgeht Dir keine wichtige Sicherheitsfrage zum Thema Weltreise.

reiseFM - ReiseradioArtikel hören
Jetzt alle Beiträge auch beim Reiseradio reiseFM hören …zum Reiseradio

Inhaltsverzeichnis

Notwendige Impfungen

Noch bevor Du Dein erstes Ticket in die weite Welt buchst, steht der Besuch beim Hausarzt an. Dieser berät Dich hinsichtlich nötiger Impfungen. In bestimmten Ländern benötigst du einen speziellen Impfschutz. Dazu kann Dir das Tropeninstitut oder reisemedizinische Beratungsstellen, die sich meist in den Landeshauptstädten befinden, genauer Auskunft geben.
Das Hauptaugenmerk sollte auf der Gelbfieberimpfung liegen, denn die wird von einigen Ländern vorgeschrieben, um überhaupt einreisen zu können. Die Impfung kann man sich bei den Beratungsstellen abholen. Die Kosten liegen bei etwa 30 bis 60 Euro.

Impfungen

Um einen kompletten Weltreise-Impfschutz aufzubauen, sind die folgenden Auffrischungen oder Neuimpfungen wichtig: Hepatitis A und B sowie Diphtherie und Polio. Diese können im letzten Abschnitt Deiner Planungsphase gesetzt werden.

Von den Ärzten meist angeraten, von Reisenden oft verpönt, ist die Tollwutimpfung. Bis zu einem halben Jahr vor der Abreise sollte man sich über Nutzen und Risiko im Klaren sein. Ein Synonym für die Tollwut ist auch Wutkrankheit. Bei zu veranschlagenden Kosten von rund 200 Euro ist der Name Programm.

Sollte man tatsächlich in Kontakt mit vielen potenziell gefährdeten Tieren kommen oder reist man in ein Land, was unverhältnismäßig viele wilde, freilaufende Hunde aufweist, ist folgendes zu beachten: Wird man gebissen, kann der Ausbruch der Erkrankung durch die Impfung verhindert werden. Eine Impfung kann aber auch Stunden nach einem Biss noch erfolgreich sein. Das wirft die Frage auf, ohne Tollwut-Impfschutz loszureisen und nur im schlimmsten Fall zu handeln? Zudem spricht die Haltbarkeit gegen den Impfschutz vorab. Nach zwei bis fünf Jahren ist der Schutz bereits nicht mehr gewährleistet. Eine Neuimpfung wäre dann fällig.

Auch Malaria spielt in der Reisemedizin eine wichtige Rolle. Präventive Medikamente sind heutzutage überall auf der Welt käuflich. Doch auch hier stellt sich die Frage einer vorherigen Einnahme, gibt es heute doch unzählige Notfallmedikamente, die man im Falle einer Infektion einwirft. Zumal sich die Kosten für präventive Malariamittel hierzulande auf Unsummen türmen. Für eine Schachtel Malarone zahlt man derzeit fast 70 Euro in Deutschland. In Mexiko erhält man das gleiche Mittel für unter 10 Euro. Bei den speziellen Notfallmitteln ist der Unterschied noch dramatischer. Eine in der Apotheke um die Ecke gekaufte Pillenpackung wird mit 90 Euro veranschlagt, in den meisten Malaria bedrohten Ländern kostet die Notfallmedizin dagegen nur wenige Cents.

Im gelben internationalen Impfausweis der WHO, den Dir der Doktor bei den Impfungen kostenfrei ausstellt, tummeln sich am Ende zahlreiche Stempel. Wenn Du Dich dann schließlich aufmachst, vergiss nicht, den Nachweis über alle Impfungen mitzunehmen! Wenn Du unterwegs weitere Impfungen setzen lassen willst oder musst, solltest Du den Ausweis stets zur Hand haben. Selbst bei Grenzkontrollen könnte der Impfausweis eine wichtige Rolle spielen.

Insgesamt bleibt abzuwägen, welche Vorsichtsmaßnahmen wirklich sinnvoll sind. Vertraue nicht blind dem Wissen der Ärzte und mache Dir ein eigenes Bild!


Auslandskrankenversicherung

Was auf den ersten Blick kein großes Problem darstellt, wird Dich vermutlich vor Deiner Weltreise, schneller als Du denkst, frustrieren. Denn Deine gesetzliche Krankenversicherung von zu Hause gilt während der Weltreise oft nicht. Lediglich private Krankenkassen regeln den Schutz im Ausland für einige Monate.

Auslandskrankenversicherung

Du musst Dir also fürs Weltreisen eine geeignete Auslandskrankenversicherung suchen. Da wir in Deutschland aber eine Versicherungspflicht haben, darfst Du Deine bisherige, nur für den Raum Deutschland geltende Krankenversicherung, nicht kündigen. Denn nur diese garantiert, dass ein Gesetz erfüllt wird, das seit Jahren für Unmut sorgt. Denn es heißt grob umschrieben: „Wer einen deutschen Wohnsitz führt, muss hierzulande versichert sein.“ Ob er dabei gerade in Deutschland ist oder eine ausländische Krankenversicherung abgeschlossen hat, die auch seinen Aufenthalt in Deutschland abdeckt, spielt dabei keine Rolle.

Das bedeutet, dass Du während Deiner Weltreise eine Doppelausgabe zu bewältigen hast. Du zahlst sowohl für eine deutsche Versicherung in Deutschland als auch für eine deutsche oder ausländische Versicherung, die Dich überall auf der Welt versorgt. Einzig die Möglichkeit, Deine Deutschlandversicherung auf Sparflamme umzustellen, bleibt. Den günstigsten Tarif wählen also!

Oder Du meldest Deinen Wohnsitz für die Zeit unterwegs ab. Keine Sorge, damit meldest Du nicht Deine Staatsbürgerschaft ab, Du bleibst weiter Deutscher. Allerdings kann es nach der Abmeldung passieren, dass Deine Bank Dein Konto schließt. Denn ohne deutschen Wohnsitz darfst Du auch kein deutsches Bankkonto führen. Auch weiterführende Versicherungen, Handyverträge und Spareinlagen können oft ohne deutschen Wohnsitz nicht weiter laufen.

So paradox es klingt, diese Regelung der deutschen Justiz hat einen Sinn: Denn nach Deiner Reise muss Dich die Krankenkasse, bei der Du Mitglied warst, auf jeden Fall wieder versichern. Auch dann, wenn Du nach Deiner Tour mit schwersten Erkrankungen zurückkommst. Bevor es diese Regelung gab, bestand die Gefahr, nach der Weltreise ohne Krankenversicherung dazustehen.

Eine Auslandskrankenversicherung – egal, wie lange und Nerv raubend die Suche erscheint – ist unerlässlich. Geschieht ein Unglück – wir wollen es nicht hoffen – dann belaufen sich längere Krankenhausaufenthalte im außereuropäischen Ausland gern mal auf Kosten von mehreren zehn- bis hunderttausend Euro. Und so ein Krankenrücktransport schlägt mit zwanzig- bis vierzigtausend Euro zu Buche. Eine verlässliche Versicherung übernimmt die Kosten im Schadensfall.

Erkundige Dich nach Expat-Lösungen und Weltreise-Tarifen der großen Versicherer. Oder schaue bei der Suchmaschine GOOGLE rein und gib in das Suchfeld „World Nomads“, „TravelSecure“, „Mondial“, „Care-Concept und AXA“, oder „bdae“ ein.


Als Frau alleine auf Weltreise

Als Frau alleine weltreisen, warum nicht? Es gibt keine Bedenken, die Dich abhalten sollten, die Welt zu erkunden. Die Grenzen setzt Du Dir selbst im Kopf. Und schnell wirst Du merken, dass es Millionen anderer Frauen gibt, die es Dir gleich tun. Weltreisen ist keine Männerdomäne.

Weltreise Frau allein

Als Frau alleine reisen bedeutet aber auch, sich ungewohntem Stress auszusetzen. Frauen klagen auf Weltreisen meist nur über penetrante Männer, z.B. in Lateinamerika (auch nicht überall) und über die Versorgung der Geschäfte mit Hygieneprodukten für die Tage.

Empfehlung: Bevor Ihr in die einsamen Gegenden fahrt, hamstert Eure Hygieneprodukte. Denn wenn es vor Ort dann nichts weiter als dicke Binden gibt, dann seid Ihr aufgeschmissen. Oder aber, Ihr seht es als Erfahrung!


Reisepass, Visum, Führerschein, Bankkarten – wichtige Dokumente auf Weltreise

Du wirst ihn hüten wie Deinen Augapfel: Deinen Reisepass. Denn für die Ein- und Ausreise ist das Dokument zwingend erforderlich und reicht, um Dutzende Länder weltweit bis zu 90 Tage zu besuchen. Der Personalausweis nützt Dir bei der Weltreise-Planung lediglich in Europa etwas. Den kannst Du bei Überseereisen faktisch zu Hause lassen. Der Reisepass muss mindestens noch sechs Monate vor der Einreise in ein fremdes Land gültig sein. Sollte das Ablaufdatum Deines Reisepasses also nahen, besorge Dir einen neuen für die Weltreise.

Plane für die Amtsbesuche genug Zeit ein! Zum einen, weil der Druck der Ausweise gut sechs bis acht Wochen dauert, zum anderen, weil Du auf dem Einwohnermeldeamt oder Bürgerbüro oft Stunden auf einen Ansprechpartner wartest. Hast Du dann einen erwischt, darfst Du ein biometrisches Passfoto und je nach Alter mehrere Scheinchen abgeben. Bist Du unter 24 Jahre, kostet Dich der biometrische Reisepass etwas weniger, als für die, die älter sind.

Für alle, die in letzter Sekunde an einen Reisepass denken, wird die Ausstellung teurer. Den Express-Reisepass erhältst Du innerhalb von 72 Stunden zu überzogen hohen Gebühren. Hüte den Pass gut, ansonsten warten auf Dich im Ausland exorbitante Gebühren. Das heißt: Wer seinen Pass verliert, kann ihn in einer deutschen Auslandsvertretung neu beantragen, muss aber mit zusätzlichen Kosten nach Passgesetz § 20 rechnen. Das besagt, die Zusatzkosten liegen bei bis zu 300 Prozent der inländischen Gebühren. Außerhalb der Dienstzeit darf die Gebühr dann noch einmal um 200 Prozent erhöht werden. So kann ein einfacher Reisepass auch schnell mal über 450 Euro aus Deinem Portemonnaie ziehen.

Grundsätzlich ist es anzuraten, alle Dokumente im Vorfeld Deiner Weltreise einzuscannen und auszudrucken. So kann man seinen Reisepass beispielsweise im Hotel in einem Safe verstauen und nur mit der Kopie losziehen.

Visum

Für manche Staaten – vor allem in Asien und Afrika – ist das Visum Pflicht. Sowohl das Visa-On-Arrival (also das Visum, dass man nicht beantragen muss, sondern direkt bei der Einreise ausgestellt bekommt), als auch das Touristenvisum auf Antrag kosten meist ab 20 Euro. Die Grenze ist nach oben offen. Ob ein Land ein Visum verlangt, erfährst Du am sichersten auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes (auswaertiges-amt.de). Häufig gibt es den Fall, dass wie am Beispiel des indischen Visums, der genehmigte Einreisezeitraum nur einige Monate ab der Beantragung gilt. Hier ist es sinnvoll, das Visum auf Deiner Weltreise in einer indischen Vertretung, die meist in den Hauptstädten sitzen, zu beantragen. Plane für die Visa-Prozedur einen Monat ein. Dann bist Du auf der sicheren Seite. Eine Ausnahme bilden Arbeitsvisa. Sie sind aufwendiger und benötigen oft mehr Zeit. Zügig arbeiten Neuseeland und Australien, die mit ihrem Working Holiday Visa für junge Reisende, die während des Urlaubsaufenthalts im Land auch arbeiten möchten, eine spezielle Art der Aufenthaltsgenehmigung erteilen. Meist sind die Anträge über das Internet gegen eine Gebühr auszufüllen.

Auch wer alle diese Einreisebestimmungen erfüllt hat, ist immer noch nicht vor Überraschungen gefeit. Sogenannte Kollisionsfälle sorgen immer wieder für große Ärgernisse und Unverständnis. Visa und Kontrollstempel einiger Staaten in einem Reisepass können dazu führen, dass andere Staaten den Passinhaber nicht einreisen lassen. Einige arabische Staaten, etwa der Libanon und Syrien, gewähren Inhabern von Pässen, die Vermerke israelischer Behörden enthalten oder aus denen ein Aufenthalt in Israel hervorgeht, kategorisch keine Einreise.

Visa-Run

So manch Visa-Regelung ist – wie wir sehen – fern von Menschlichkeit, also von einer global gleich behandelten Gesellschaft. Viele von uns lassen sich solche politischen Mätzchen nicht gefallen. Deshalb gibt es kleine Tipps und Tricks, wie Du dennoch an Deine Menschenrechte kommst. Der sogenannte Visa-Run erfreut sich nicht nur bei Weltreisenden, die länger als 90 Tage in einem Land seien möchten, großer Beliebtheit, sondern auch bei vielen Auswanderern, die keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben. Damit bezeichnet man das vorübergehende Verlassen eines Landes mit dem einzigen Ziel, umgehend wieder einzureisen. Damit beginnt die zeitliche Geltungsdauer für ein Touristenvisum erneut. Zahlreiche Regelungen gegen den Visa-Run werden von den Regierungen getroffen. Doch solange Grenzbeamte bestechlich sind, gilt der Visa-Run auch ohne eine 72-Stunden-Regelung oder der maximale Jahresaufenthalt von 182 Tagen. Auch, wenn Du dazu viele Informationen findest: In der Realität werden diese Gesetze nur allzu locker durchgesetzt. 20 Dollar Trinkgeld sollte man dann allerdings immer dabei haben.

Brauche ich ein Rückflugticket für die Einreise?

Ein anderes Beispiel ist die Einreise in ein Land, das ein Flugticket, entweder Rück- oder Weiterflugticket, verlangt. Die USA arbeiten auf diesem Feld sehr genau und es ist schwer, ohne ein solches Ticket die Beamten davon zu überzeugen, dass man auch wirklich nach 90 Tagen aus dem Land ist. Denn bereits am heimischen Flughafen wird gecheckt, ob Du ein entsprechendes Ticket bereits gelöst hast. Sollte das nicht geschehen, bist Du am Immigrationsschalter in den USA aufgefordert, entsprechende Dokumente nachzuweisen. Mein extremstes Beispiel erlebte ich, als ich im Norden der USA in New York City einreiste und mein Weiterflug ab Chile in Südamerika ging. Ich hatte ein entsprechendes Round-the-World-Ticket gebucht. Doch der Grenzbeamte wollte mir zunächst nicht abnehmen, dass ich die gesamte Strecke per Land zurücklegen möchte. Es bedurfte einer gewissen Überzeugungsarbeit, bis ich endlich meinen Einreisestempel im Pass hatte.

Eine Lösung für Fälle, in denen man lediglich mit einem Oneway-Ticket in die USA reist und noch kein Weiterflugticket parat hat, ist mir noch nicht untergekommen. Allerdings gilt für viele andere Staaten, dass ein gefälschtes Weiter- oder Rückflugticket (Faketicket) vollkommen ausreicht, um seine Bemühungen zum Verlassen des Landes nach 90 Tagen zu bekräftigen. Die Einreise wurde mir so noch nie verwehrt. Bitte nicht nachmachen! Ich rufe nicht zum Kopieren dieser Idee auf, ich zeige lediglich, wie halbherzig Gesetze umgesetzt werden. Und das finde ich manchmal gut!

Führerschein

Dass manch fremdes und fernes Land noch nicht auf den modernen Stand der Technik und der Gesetzeskontrolle ist, zeigt folgendes Beispiel: Auf der Führerscheinstelle musste ich einen internationalen Führerschein beantragen. Denn, so heißt es: „Im außereuropäischen Ausland ist der europäische Führerschein nur in Verbindung mit dem internationalen Führerschein gültig.“ Ich habe aber gar keinen europäischen Führerschein. Der wird erst seit dem Jahr 2000 ausgegeben. In meinem Portemonnaie steckt noch der alte, rosa Lappen. Der einstige deutsche Führerschein, so die Dame am Schreibtisch, wird im Ausland gar nicht mehr akzeptiert. Und so muss ich in den sauren Apfel beißen, zunächst den europäischen Ausweis beantragen, um dann den internationalen anfordern zu können. Der europäische Führerschein braucht bis zu vier Wochen. Der internationale Führerschein wird direkt nach der Antragstellung ausgestellt. Als ich im Ausland bin, mache ich mir den Spaß und zeige trotzdem meinen alten rosa Lappen vor. In Guatemala, kein Problem. Auch auf den Bahamas ist alles in Ordnung. Man wünscht mir als Ausländer noch besonders freundlich eine gute Weiterfahrt und ich lach mir ins Fäustchen.

Bankkarten und andere Geldangelegenheiten

Ferner zählen zu den wichtigen Papieren auch gute Bankkarten. Eine Visa-Kreditkarte (Plus) reicht in den meisten Ländern dieser Welt aus. Wer sich noch eine Mastercard (Cirrus) für den Notfall besorgen kann, der hat ausgesorgt. Auch EC- bzw. Maestro-Karten funktionieren an vielen Banken weltweit. Für Langzeitreisen empfehle ich keine Travellerchecks. Das Einlösen eines Checks in einer ausländischen Bank kann schon mal mehrere Stunden dauern. In Costa Rica wartete ich auf zwei Freunde mit Travellerchecks im Wert von 200 US-Dollar 45 Minuten. Die Prozedur zum Eintauschen der Checks dauert einfach zu lange.

Wenn Du mit Deinen Geldkarten nun an einen Automaten irgendwo in der Welt gehst, bezahlst Du oft hohe Gebühren. Bei der DKB oder comdirekt ist das anders. Die Deutsche Kreditbank bietet eine Visa-Karte, mit der man weltweit nahezu überall kostenlos Geld abheben kann. Auch die Deutsche Bank und die Targobank bieten brauchbare Karten mit einem globalen Bargeldservice an. Mit den Maestro-Karten, die man hier bekommt, kann man an ausgewählten Partnerbankautomaten auf der halben Welt kostenlos Geld abheben.

Sollte Dir irgendwann einmal das Portemonnaie geklaut werden, dann brauchst Du eine Möglichkeit, um an Geld heranzukommen, um Dir Pässe, Führerschein, Visa und Co neu zu beschaffen. Nur wie ohne Kreditkarte? Auch dafür gibt es eine Lösung: Western Union ist ein US-amerikanischer Anbieter von weltweitem Bargeldtransfer. Er bietet die Möglichkeit, binnen Sekunden Geld rund um den Globus zu transferieren. Du nimmst lediglich Kontakt nach Hause auf und bittest Deine Lieben, Dir etwas Geld über diesen Dienst zu schicken. Das geht online per Kreditkarte oder in Deutschland über die Reisebank, die oft am Airport oder Bahnhof zu finden ist. Das kostet oft zwar hohe Gebühren, ist aber die einzige Möglichkeit in solchen Momenten schnell zu reagieren. Innerhalb kürzester Zeit kannst Du mit einem speziellen Code, den Dir Deine Lieben auch geben müssen, in ein Partnergeschäft der Firma gehen und Dir das Geld abholen. Konkurrenten zu Western Union sind Moneygram und Skrill (früher Moneybookers).

Auf Weltreise ausgeraubt

Ein Diebstahl, Raub oder gar Überfall auf Weltreise ist für viele die größte anzunehmende Katastrophe. Widerspruch! Ist es nicht, denn schlimme Krankheiten, Vergewaltigung und Tod toppen das Ganze. Wenn all Deine materiellen Sachen gestohlen wurden, ist das kein Beinbruch. Du lebst unbeschadet und hast jetzt nur ein paar Extra-Aufgaben zu bewältigen. Zuallererst den Schock verdauen. Anschließend klaren Kopf behalten.

Ausgeraubt - Diebstahl auf Weltreise

Glaube mir, auf Weltreise ausgeraubt zu werden, passiert fast jedem einmal. Wenn Dir Dein Pass geklaut wurde, ist der Schaden groß. Denn auf einer Weltreise musst Du zu einer Botschaft oder einem Konsulat, um Dir einen neuen Pass ausstellen zu lassen. Ohne Reisepass ist die Weiterreise nur noch sehr kompliziert mit Visumanträgen und Wartezeiten möglich. Die Neuausstellung des Passes ist bis zu 500 Prozent teurer, als die Ausstellung in Deutschland. Und es dauert geschlagene sechs bis acht Wochen, bis der neue Pass im jeweiligen Land angekommen ist. Wer Flüge gebucht oder Mietwagen reserviert hat, steht ganz schön angeschmiert da, muss er jetzt an diesem schicksalhaften Ort ausharren.

Wer auf Weltreise ausgeraubt wurde und seine Kreditkarten verloren hat, der darf sich auf lange Diskussionen mit seiner Bank einrichten. Doch zu allererst muss die Karte gesperrt werden. Nur wie? Bereits seit 2005 gibt es weltweit den sogenannten Sperr-Notruf, der in Deutschland kostenlos unter der Nummer 116-116 erreichbar ist. Im Internet findet man den Dienst unter www.sperr-notruf.de. Aber auch aus dem Ausland ist der Sperr-Notruf erreichbar. In vielen Ländern funktioniert die Durchwahl per +49 – 116 116. Alternativ gilt eine Berliner Nummer, die +49 – 30 4050 4050.

Nachdem das erledigt ist, muss man seine Bank gesondert informieren, um eine neue Karte zu bekommen. Das Warten auf neue Kreditkarten kann dabei sehr frustrierend sein. Vom erhofften 24-Stunden-Service, mit dem die Aussteller werben, ist nur wenig dran. Hohe Kosten von über 100 Euro für die Zusendung aus Deutschland an eine Adresse Deiner Wahl sollte man einkalkulieren. Und wenn der Dieb bereits Abhebungen mit Deiner Kreditkarte getätigt hat, dann ist Holland in Not. Deshalb empfehle ich eine Extra-Versicherung für die Kreditkarte abzuschließen, die die Abhebungen während der ersten 24 Stunden nach dem Raub übernimmt.

Bezüglich der langen Wartenzeiten zur Neuanschaffung sollte man auch den Führerschein erwähnen. Auch auf diesen muss der Bestohlene im Ausland Wochen warten.

Es sind diese Wege, die es so unangenehm werden lassen, wenn man auf Weltreise ausgeraubt wird. Aber in der Not passieren oft auch kleine Wunder.

Persönliche Erinnerung: Was soll ich machen ohne Bargeld, Kreditkarten und einem fast leeren Tank. Ich bin in Kanada, auf einer Insel, mein Auto steht aufgebrochen auf dem Parkplatz. Alles wurde mir genommen. Irgendwie muss ich von der Insel wegkommen, rüber aufs Festland. Nach Vancouver. Dort liegt meine Hoffnung in Form des deutschen Konsulats.

Mit dem letzten Tropfen Benzin erreiche ich meinen Mietwagenverleiher. Er füllt mir kostenlos etwas Benzin nach. Mehr kann er nicht für mich tun. Doch eine Frau tippt von hinten auf meine Schulter. Sie schüttelt mit dem Kopf. Dann schnappt sie meine Hand. „Du hast noch nichts gegessen heute Morgen, was? Das habe ich eben gehört, wie Du das zu dem Mietwagenfuzi gesagt hast. Dann wird es aber Zeit. Ich lade dich ein!“ spricht‘s und führt mich in ein Restaurant. Nathalie heißt die nette Kanadierin. Sie lebt in Saskatchewan und ist nur heute aus beruflichen Gründen hier. „Entschuldigung. Ich bin Falk“, flüstere ich noch etwas geschockt vom Morgen. Beim Frühstück erzähle ich Nathalie meine ganze Geschichte. Dass ich auf Weltreise bin. Und Storys für ein Hörbuch, Buch und Zeitungen sammele. Nathalie ist fasziniert. Immer wieder nickt sie begeistert mit dem Kopf. Das Frühstück schmeckt heute doppelt gut.

Als ich den letzten Bissen verschlungen habe, setzt Nathalie ein ernsteres Gesicht auf. Und dann schiebt sie mir fast unbemerkt ein paar Dollar rüber. Nein, nein, nein – das kann ich nicht annehmen. Sie zeigt mir einen Vogel. Natürlich könne ich das. Schluss, aus, basta! Ich bin gerettet. Materielle Werte sind schnell vergessen, doch die ideellen- nicht. Fotos, Tagebücher, Souvenirs – das sind die Dinge, die man schmerzlich vermisst!


Diebstahl vorbeugen

Einen Diebstahl auf Weltreise vorbeugen zu wollen, liegt oft nicht in den eigenen Händen. Den Verlust wichtiger Dokumente kann man hingegen meist beeinflussen, oft verhindern.

Als Empfehlung, um einen Diebstahl beim Weltreisen vorzubeugen, gilt die allerorts beliebte aber wirkungsvolle Geldkatze, ein kleiner Umschnallgürtel mit Taschen. In so eine Geldkatze können der Pass, die Kreditkarten, alles Wichtige eben verstaut werden. Beim Weltreisen im Bus, der Bahn und im Flugzeug ist sie für Gelegenheitsdiebe unter der Kleidung getragen praktisch unsichtbar.

Sobald ein Safe im Hotel in Sichtweite ist, sind die Dokumente dort sicherer, als noch am eigenen Körper. Denn auch der Körper ist machmal ein Angriffspunkt der Räuber. Vor allem bei überfüllten Busfahrten in Stadtgebieten, an Sehenswürdigkeiten und auf menschenüberlasteten Plätzen. Den Diebstahl vorbeugen kann man grundsätzlich, wenn man alle wichtigen Dokumente an sicheren und sichergeglaubten Plätzen aufbewahrt, auch wenn es manchmal nur unter der Matratze im Hotelzimmer ist.

Wenn es nicht anders geht, und Du Dich zu Entdeckungstouren aufmachst, dann willst Du Deine wichtigen Dinge, wie Geld und Reisepass, vermutlich im Rucksack transportieren. Alle Tipps und Tricks zum Rucksacktragen und Diebstahl vorbeugen sind allerdings für die Katz. Argumente wie „den Rucksack solltest Du auf den Bauch anstatt auf den Rücken schnallen, da Du Dein Gepäck so stets im Auge behältst“ wiederlegen sich, weil Du damit auf der anderen Seite natürlich erst recht die Aufmerksamkeit der Diebe auf Dich ziehst.

Alles nützt recht wenig, wenn Du zur Herausgabe Deiner Wertsachen mit einem Messer oder einer anderen Waffe aufgefordert wirst. Die Situation muss jetzt blitzartig eingeschätzt werden. Ist man sich unsicher, gibt man seine Sachen bei einer Überzahl an Dieben besser ab. Erkennt man in den meist jungen Augen der Diebe Unsicherheit, lohnt sich ein Versuch, die Diebe zu verschrecken. Natürlich ist auch das situationsabhängig. Mit der Klinge am Hals würde ich auch nicht versuchen, mein Backpack zu retten. Aber ein plötzliches Auflachen auf einem Meter Distanz hat schon so manchen Dieb in die Flucht gelacht.

Comments are closed.
0
Connecting
Please wait...
Chat Offline!

Sorry, aber ich bin gerade nicht im Chat. Hinterlasse eine Nachricht und ich werde mich umgehend bei Dir melden.

Vor- und Nachname
E-Mail
Wie kann ich helfen?
Willkommen » Live-Chat

Hallo, hier ist Falk. Mit wem spreche ich?

Vor- und Nachname
E-Mail
Chat online!
Danke!

Fragen beantworten wir auch telefonisch unter unserer Service-Hotline: 0391 50 86 49 68

Zufrieden mit unserem Service?